29. August 2013 von Birthe Stuijts

Google Analytics und die Datenschutzrichtlinien

Google AnalyticsSeit Mitte September 2011 gibt es die lange erwartete Einigung zwischen den deutschen Datenschutzbehörden und der Firma Google. In dieser Einigung wird beschrieben, wie der gesetzeskonforme Einsatz von Google Analytics zukünftig ermöglicht werden kann.

Originaltext vom 17. November 2011, letzte Überarbeitung 29. August 2013

Die Unsicherheit bleibt

Nach wie vor herrscht jedoch Unsicherheit bei den Webseitenbetreibern über die Nutzung von Google Analytics ohne geltendes Recht zu verletzen. Die Unsicherheit ist nicht ganz unbegründet, lässt sich das begehrte und leistungsfähige Analysetool doch weiterhin genauso unkompliziert einbinden wie es schon immer der Fall war.

Der Forderungskatalog

Auch wir bei ranketing sind keine Juristen. Daher halten wir uns an den Forderungskatalog, den Google in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten umgesetzt hat. Dazu gehören im Wesentlichen die folgenden Punkte:

  • der Besucher einer Webseite muss die Möglichkeit bekommen, der Nutzung seiner Daten durch Google Analytics zu widersprechen. Google stellt dazu ein Browser Add-on zum Download bereit.
  • auf Anforderung des Betreibers der Webseite löscht Google die letzten Stellen der IP-Adresse, so dass die Identifizierung eines bestimmten Nutzers nicht möglich ist.
  • Google schließt mit dem Betreiber der Webseite einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes.

Die Umsetzung

Leider werden diese Vereinbarungen nicht automatisch mit der Installation von Google Analytics umgesetzt. Wenn Sie Google Analytics gesetzeskonform einsetzen möchten, empfehlen wir Ihnen daher die Vorgehensweise, wie sie der Hamburger Datenschutzbeauftrage in seinem PDF-Dokument vorgibt. Ebenso gibt es im „Google Conversion Room Blog“ einige Tipps von Seiten Google zum Thema „Google Analytics kann ohne Einwände eingesetzt werden„.

Die ranketing Checkliste

  1. Richten Sie ein neue Google-Analytics Profil ein. (Wenn Sie bereits Google Analytics nutzen, so ist davon auszugehen, dass das bisherige Profil nicht den Datenschutzanforderungen entspricht. Das alte Google Profil muss in diesem Fall gelöscht werden. Achtung: Profil ist nicht gleich Konto!)
  2. Stimmen Sie den Nutzungsbedingungen zu.
  3. Um sicherzustellen, dass Widersprüche gegen die Datenerhebung wirksam behandelt werden können, ist es erforderlich, dass Sie einen Vertrag mit Google abschließen. Die entsprechende Vertragsvorlage finden Sie hier: http://www.google.com/analytics/terms/de.pdf.
  4. Passen Sie die Codes Ihrer Webseite entsprechend dem neuen Profil an.
  5. Stellen Sie ggf. die Verknüpfungen zu Ihrem AdWords Konto neu her.
  6. Ergänzen Sie die Codes Ihrer Webseite um die zusätzliche Zeile, die die IP-Adressen anonymisiert:

    Klassischer Tracking-Code

    _gaq.push(['_gat._anonymizeIp']);

    Universal Tracking-Code

    ga('set', 'anonymizeIp', true);
  7. Ergänzen Sie die Datenschutzhinweise auf Ihrer Webseite um einen Hinweis auf die Nutzung von Google Analytics
  8. Bieten Sie Ihren Besuchern die Möglichkeit, der Nutzung ihrer Daten zu widersprechen und nennen Sie den Link zur Installation des Browser Add-on.

Häufige Fragen und ihre Antworten

Bislang erreichten uns viele Fragen zum Thema Google Analytics. Hier finden Sie eine Reihe von Antworten:

F: Bis wann ist die Umstellung bzw. der Vertragsabschluß zu vollziehen?
A: Für bereits bestehende Google Analytics Konten müssen Sie die Umstellung unverzüglich vornehmen. Die Kulanz für eine Umstellung wird nicht sehr groß sein, da das Datenschutzgesetz schon seit Jahren existiert.

F: Ist der Vertrag für einen Account, eine Firma oder einen Domainnamen gültig?
A: Der Vertrag ist gültig für eine Firma als Rechtsperson, und alle hierunter geführten Accounts. Sollte die Firma ein Konzern mit mehreren selbstständigen Töchtern sein, müssen entsprechend mehrere Verträge mit Google abgeschlossen werden.

F: Muss die Firma im Vertrag alle vorhandenen Kontonummern eintragen?
A: Wenn eine Firma den Vertrag mit Google abgeschlossen hat, ist es nicht erforderlich, alle Kontonummern zu nennen (im Vertrag steht auch: „sofern bekannt“). Da eventuell auch oft neue Kontonummern hinzukommen, sind diese durch den Vertrag mit der Firma abgedeckt.

F: Betrifft der Vertrag nur Deutschland oder auch die EU?
A: Zurzeit betrifft der Vertrag nur Webseitenbetreiber in Deutschland, die Ihren Firmensitz auch in Deutschland haben. Somit fällt das europäische Ausland zunächst aus der Umstellung heraus, da die Rechtsprechung in den einzelnen Ländern sich unterscheidet. Zwar sind laut Google die technischen Voraussetzungen für die Umstellung vorhanden, allerdings wird sich eine Entscheidung für die europäische Ebene erst später herausstellen, da es das Gesetz bis jetzt nur in deutscher Sprache gibt.

F: Im Vertrag steht, dass wir einen frankierten Rückumschlag beilegen müssen, der Brief muss jedoch nach Irland geschickt werden. Wie komme ich an Briefmarken aus Irland?
A: Seit August 2013 muss der Vertrag nach Dublin geschickt werden und nicht mehr nach Hamburg. Einen frankierten Rückumschlag für das Ausland ist nur aufwendig zu organisieren. Wir haben für Sie bei dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit nachgefragt. Dieser hat uns bestätigt, dass Google Inc. ihm mitgeteilt hat, dass der Google Analytics Vertrag auch ohne Rückumschlag an die angegebene Adresse in Irland gesendet werden kann.

F: Muss ich dem Nutzer ein Browser Opt-Out zur Verfügung stellen?
A: Der Nutzer muss auf die Möglichkeit eines Opt-Outs hingewiesen werden. Es ist allerdings durchaus ausreichend, in Ihren Datenschutzbestimmungen hierauf hinzuweisen und einen entsprechenden Link einzubauen. Die Möglichkeit eines Opt-Outs müssen Sie nicht auf jeder Seite erwähnen.

ranketing hilft!

Klar stehen wir Ihnen zu Seite, wenn Sie Hilfe bei der Einbindung von Google Analytics wünschen. Sprechen Sie uns einfach an!

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