Hinter diesem Logo verbirgt sich die Website http://www.wodan.ie, ein Projekt aus dem Forschungsbereich Archäologie, beheimatet in Irland. Die WODAN Datenbank ist eine Datenbank für Holz- und Holzkohle-Daten von irischen archäologischen Ausgrabungsstellen, die die Möglichkeit bietet, dass die Daten international verwendet werden können. Was ranketing mit Archäologen in Irland zu tun hat, wird vielleicht deutlich, wenn man diese Seite anklickt. Dr. Ingelise Stuijts… – die Namensgleichheit ist nicht zufällig. Ingelise ist meine Schwester und wohnt in Irland, wo sie als Archaeobotaniker beim Discovery Programme arbeitet.
Ingelise arbeitet mit allen Arten von pflanzlichem Material, wie Holz und Holzkohle. Von jedem Stückchen Holz und Holzkohle ist es in der Regel möglich, die Art zu bestimmen (Eiche, Tanne, Hassel, Birke, Pappel usw.). Dies kann etwas über die Zusammensetzung der Wälder in der Gegend sagen, wo prähistorischen Menschen lebten. Manchmal ist es sogar möglich zu sagen, ob die Holzstückchen vom Boden gesammelt wurden, oder ob sie von den Baumzweigen gehackt wurden. Manchmal gibt es Hack-Abdrucke, woraus man schließen kann, ob Stein, Bronze oder Eisen-Werkzeug verwendet wurde. Dieses wiederum gibt Aufschluss darüber, welche Werkzeuge die Menschen früher verwendeten und wie sie diese eingesetzt haben. Die Anordnung der Funde gibt viele Hinweise über die Natur unserer Vorzeit, und zeigt, wie und wo die Menschen gesiedelt haben. Ein spannendes Forschungsgebiet, wie ich finde.
Viele Forschungsdaten, wenig Überblick
Nun ist es so, dass all die Funddaten von Holz und Holzkohle zur Zeit europaweit nicht zentral erfasst werden. Jedes Land, oft sogar jeder Archäobotaniker, hat ein eigenes System. Oft sind es Excel-Tabellen, viele arbeiten sogar noch auf Papier. Es gibt einige wenige Datenbanken wie z.B. ArboDat, die diverse archäobotanische Forschungsdaten erfassen, aber keine, die einen Gesamtüberblick vermittelt. Und schon gar nicht online. Endergebnisse gibt es pro Institut oder Archäobotaniker oder Ausgrabung, aber es ist sehr schwer einen Gesamtüberblick für jedes Land zu erhalten oder zu erstellen.
Meine Schwester träumte nun schon lange davon, ein zentrales Datenbanksystem für Holz und Holzkohle für Irland aufzusetzen, und zwar so, dass es möglicherweise in der Zukunft europaweit genutzt werden könnte. Modular sollte es sein, jeder sollte seine Daten eingeben können, umfassende Analysen sollten möglich sein, die sich nicht nur auf eine einzige Ausgrabungssite stützen. Darüberhinaus schafft eine solche Datenbank ein zentrales Datenarchiv für Holz und Holzkohle, was zur Zeit in dieser Form auch noch nicht existiert.
INSTAR – Irish National Strategic Archaeological Research
In 2008 wurde INSTAR, the Irish National Strategic Archaeological Research in Irland ins Leben gerufen. Ein Fonds des irischen Heritage Councils:
INSTAR [the Irish National Strategic Archaeological Research] unterstützt thematische archäologische Forschung. Es unterstützt Projekte, die kurz- bis mittelfristige finanzielle Unterstützung bedürfen und eine Möglichkeit zur Nationale oder internationale Zusammenarbeit ermöglicht.
Dies war der Moment für Ingelise, ihren Traum wahr zu machen, sie stellte einen Antrag, der von INSTAR angenommen wurde. Und hier kommt nun Birthe Stuijts ins Spiel.
Ich hatte schon 1994 für Ingelise eine Datenbank für ihre Daten in Access programmiert. Diese wurde im Laufe der Jahre weitergeführt und immer wieder erweitert. Diese Datenbank stellt die Basis des Konzeptes für WODAN dar, die dann von Dr. Ingelise Stuijts und Sarah Cross-May weiterentwickelt wurde und von Ingelise über 10 Jahre verwendet wurde, sowie die Datenbank von Margaret Gowen & Co. Ltd., ebenfalls eine Weiterentwicklung der Datenbank aus 1994.
Als es nun voran gehen sollte mit dem Projekt Datenbank, holte man uns von ranketing als Berater bei der Konzepterstellung hinzu. Erste Arbeitsgespräche fanden in Leiden mit BIAX-Consult, RACM und ranketing statt.

Leider kam in 2009 die finanzielle Krise, was einen Antrag auf eine Finanzierung für ein weiteres Jahr erschwerte, denn vorhandene Gelder vom Staat wurden halbiert. Aber – große Freude in Irland – Ingelises Antrag wurde wieder angenommen.
2009 wurde dann die Datenbank programmiert – und viele Kontakte und Inspirationen mit Archäologen weltweit fanden statt. Ende 2009 gab es dann einen internationalen Wodan-Workshop, wo es außer der Vorstellung von WODAN insbesondere darum ging, internationale Standards und Methoden für Analyse und Datenerfassung von Holz und Holzkohle zu finden. Auch hier waren wir von ranketing als Datenbankspezialisten beratend mit von der Partie. Von Amerika bis in die Schweiz nahmen an diesem Event Menschen aus der ganzen Welt teil – ein deutliches Anzeichen, dass Ingelises Traum auf sehr großes internationales Interesse stößt.
Vor einigen Wochen wurde nun bekannt, dass auch in 2010 ein letztes Mal Geld für INSTAR zur Verfügung gestellt werden würde. Wieder reichte Ingelise ihren Antrag ein. Unlängst haben wir erfahren, dass auch dieser Antrag wieder genehmigt wurde. Jetzt kann die Datenbank mit Leben gefüllt werden. Herzlichen Glückwunsch!